Vorsicht vor Betrügern in Online-Kontaktbörsen

Das Internet ist eine immer wieder gern genutzte Plattform von Jung und Alt. Hier kann man seinen Interessen nachgehen und Menschen mit ähnlichen Interessen finden und kontaktieren. Die Anonymität und das weitreichende Handlungsgebiet bieten jedoch nicht nur eine schöne Plattform zum gegenseitigen geistigen Austausch, sondern leider auch eine nahezu perfekte Grundlage für zwielichtige Machenschaften. Sogar diejenigen, die einen Partner suchen, sollten vorsichtig sein. Im Folgenden finden Sie eine kleine Ausführung und Anleitung.

Kontaktbörsen sind nicht vor Betrügern gefeit

Es könnte so schön sein. Einfach vor den Computer setzen und schauen, ob sich vielleicht sogar ein geeigneter Partner finden lässt, der die eigenen Interessen teilt. Vielfach ist die Partnersuche im Internet auch durchaus erfolgreich, das ist unbestritten. Auch Heiratsschwindler treten vermehrt online in den einschlägigen Kontaktbörsen auf. Menschen, fast ausschließlich Männer, kontaktieren arglose Frauen und täuschen ihnen die große Liebe vor, um sie dann im Nachhinein um „finanzielle Hilfe“ zu bitten. Oder kurz gesagt: auszunehmen. Die Betrüger gehen dabei sehr systematisch vor. Es handelt sich oftmals um ein organisiertes Netz von Personen, die zahlreiche Profile auf Online-Kontaktbörsen erstellen und gezielt Frauen kontaktieren, die etwas älter und vor allem wohlhabend sind. Meist geben die Männer vor, kanadischer oder britischer Herkunft zu sein, beruflich aus renommierten Bereichen zu kommen und nun die große Liebe zu suchen, um das zukünftige Leben gemeinsam zu verbringen. Sich diesen Menschen anzuvertrauen wird Ihnen nicht schwer fallen; sie geben sich als das aus, was die meisten von uns hören wollen, z. B. als christlich und kinderlieb, und verwandeln sich in die Person, die Ihrem Profil entspricht.

Wurde erstmals eine solide Vertrauensbasis geschaffen und die ein oder andere Liebeserklärung gemacht, kommen Probleme auf, von denen vorher nie gesprochen wurde. Erfahrungsberichte von Betroffenen sprechen von Situationen in denen um Geld gebeten wird, das dringend notwendig ist und entweder die Existenz des Geliebten oder das zukünftige gemeinsame Leben erheblich beeinflussen kann. Das Opfer sieht sich emotional unter Druck gesetzt oder gar erpresst und um die Partnerschaft nicht zu gefährden, wird die geforderte Summe überwiesen.

Ein paar Zahlen

In Deutschland werden jährlich ca. 8000 dieser Fälle von den Partnerbörsen geschätzt, dabei komme es weltweit zu Schäden von bis zu 750 Millionen Dollar. Vor Heiratsschwindlern, oder wie man im Fachkreisen sagt, „Love Scammern“ oder „Romance Scammern“, ist keiner gefeit und oftmals kommt es nicht einmal zur Anzeige, da die Opfer sich schämen. Und selbst wenn, sie würden ihr Geld nicht wieder sehen.

Seiten mit mehr oder weniger Wahrscheinlichkeiten

Wie auch sonst im Leben gibt es nie hunderprozentige Sicherheit vor Betrügern. Klar ist, dass sich solche Leute natürlich nicht auf Seiten für „lockere“ Beziehungen und Affären wie z.B. first affair tummeln. Hier spielt das Herz keine Rolle, weshalb man sich auch gefühlsmäßig nicht auf die andere Person einlässt. Das ist keine Basis für Betrüger. Viel wahrscheinlicher sind also Plattformen, auf welchen Menschen mit ernsten Absichten eine längerfristige Beziehung suchen. Wo Herz und Gefühl im Spiel ist, da ist man auch unvorsichtiger, und genau dies wird sich zunutze gemacht. Und, klar, die Seiten für ernsthafte Absichten sind natürlich sehr wahrscheinlich auch das Ziel von Senioren.

Kann ich das Risiko klein halten?

Was man auf jeden Fall tun kann und auch immer tun sollte, ist, sich vorher genau über die verschiedenen angebotenen Kontaktportale im Internet zu informieren. Ein besonderes Augenmerk sollte man hier auf die von den Portalen angegebenen Sicherheitsmaßnahmen werfen. Seiten, die jemanden, der sich anmeldet, genau prüfen und verifizieren, sind schon einmal ein guter Anfang. Verifiziert und so als „vertrauenswürdig“ eingestuft werden die angemeldeten Personen meist aber erst, wenn sie für den Zugang bezahlen und sich alle Optionen und Services, die das Portal bietet, freischalten lassen.

Fazit

Es heißt trotz allen Vorsichtsmaßnahmen immer noch: Augen offen halten im Internet. Werden Sie von einer Person kontaktiert, die vorgibt, aus dem englischsprachigen Raum zu kommen und die scheinbar großes Interesse an Ihnen zeigt, werden Sie skeptisch. Hinterfragen Sie den persönlichen und beruflichen Hintergrund, führen Sie z.B. Recherchen auf Google durch, geben Sie niemals persönliche Daten heraus und vor allem: überweisen Sie auf keinen Fall Geld, so herzerweichend oder dringend es auch aussehen mag.

Bild: (c) Rainer Sturm / pixelio.de

Dieser Artikel wurde uns von der Gastautorin LeHo zur Verfügung gestellt.

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